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Wie lässt sich Bewegung in den Unterricht integrieren?

Den Klassenraum als Bewegungsraum zu gestalten, bedeutet Bewegung in den regulären Fachunterricht (Deutsch, Mathematik, Musik....) einfließen zu lassen. Für einen bewegten Unterricht lassen sich drei verschiedene Formen unterscheiden:

Lernen mit Bewegung

Eine Möglichkeit besteht darin, den Lernprozess mit Bewegung zu rhythmisieren. Dies bedeutet zum einen, natürliche Bewegungen im Klassenraum zuzulassen und den Kindern durch das Lernen an Stationen oder Freiarbeit die freie Bewegung im Raum zu ermöglichen. Zum anderen können Lernphasen an notwendigen Stellen für Bewegungen unterbrochen werden, um Arbeitsphasen vorzubereiten oder die Konzentration und Aufmerksamkeit während längerer Arbeitsphasen wiederherzustellen. Dieser Bereich wird von der Grundschule Marienstraße durch regelmäßige Bewegungspausen („Life Kinetik") bereits umfassend verfolgt.

Neben der Rhythmisierung von Lernprozessen durch Bewegungshandlungen, werden zwei weitere Formen unterschieden. Diese Formen werden in der Fachliteratur unter dem Begriff „Bewegtes Lernen" zusammengefasst:

Lernen in Bewegung

Bewegung kann in den Unterricht integriert werden, indem sie zeitlich mit dem Lernprozess kombiniert wird. Ein Beispiel dafür wäre das „Laufdiktat", bei dem die Bewegung unabhängig vom Inhalt ist, aber zeitlich mit dem Schreiben eines Diktates verbunden wird. Durch die Bewegungen sind die Schülerinnen und Schüler während des Lernprozesses wach und aufmerksam, so dass sie die Aufgaben konzentriert bewältigen können. Im Mathematikunterricht wird eine Umsetzung beispielsweise durch folgendes Unterrichtsbeispiel möglich:

Aufgabe: Die Kinder sollen sich eine Muster merken, einen Parkours durchlaufen und das Muster schließlich aus dem Gedächtnis nachlegen.

Lernen durch Bewegung

Neben einer zeitlichen Kombination lassen sich Bewegungen zusätzlich inhaltlich mit einem Lernprozess kombinieren. Bei dieser Form leiten sich die Bewegungen aus dem Inhalt ab und lassen sich nicht ohne weiteres verändern oder austauschen. Bei dieser Form wird daher von einem themenerschießenden Bewegen gesprochen. Durch Handlungen mit dem ganzen Körper wird auch die Wahrnehmung des ganzen Körpers für den Lernprozess genutzt. Zahlen werden nicht nur geschrieben oder mit Plättchen gelegt, sondern die einer Zahl entsprechende Menge wird auch über Springen oder Bewegungen im Raum dargestellt. Die Kinder sehen somit nicht nur, dass acht Plättchen mehr sind als sieben, sondern sie erfahren dies über die Anstrengungen mit dem Körper oder die Bewegung im Raum.

Aufgabe: Die Kinder hüpfen das Hüpfkästchen vorwärts, rückwärts und schrittweise ab, um die Zahlwortreihe flexibel zu trainieren.